The Hitchcock Archive

A Tribute to the Master of Suspense

Joan Barry

Joan Barry (1903–1989), geboren als Ina Florence Marshman Bell, war eine britische Schauspielerin, deren Karriere genau in die Umbruchzeit zwischen Stummfilm und Tonfilm fällt. Schon als Teenager stand sie auf der Bühne, bald folgten Rollen im britischen Stummfilm, in denen sie meist junge Frauen aus mittlerer oder besserer Gesellschaft verkörperte. Ihren Ruhm verdankt sie heute weniger ihrer Leinwandpräsenz als einer besonderen technischen Pionierleistung: Sie gilt als erste Kinosynchronsprecherin überhaupt.

In Alfred Hitchcocks Blackmail (1929) lieh sie der aus Tschechien stammenden Anny Ondra live ihre Stimme – unsichtbar im Studio, während Ondra vor der Kamera spielte, eine Notlösung angesichts der frühen, starren Tontechnik. Zwei Jahre später trat Barry bei Hitchcock dann sichtbar in Erscheinung: als Emily Hill in Rich and Strange (Endlich sind wir reich), wo sie mit kontrollierter, leicht ironischer Zurückhaltung die desillusionierte Ehefrau eines plötzlich zu Geld gekommenen Kleinbürgers spielt. Kurz darauf zog sie sich nach der Heirat aus dem Filmgeschäft zurück – doch in Hitchcocks Kosmos bleibt sie als doppelte Figur präsent: als unsichtbare Stimme eines frühen Thrillers und als konkrete, moderne Heldin seiner melancholischen Reiskomödie.

Geboren
5. November 1903

Gestorben
10. April 1989

Filmographie
Emily Hill