A Tribute to the Master of Suspense

Mr. & Mrs. Smith

Mr. und Mrs. Smith

Ann und David Smith sind ein New Yorker Ehepaar, das leidenschaftlich liebt und ebenso leidenschaftlich streitet. Als sie erfahren, dass ihre Eheschliessung aus formalen Gründen ungültig ist, nutzt Ann die Gelegenheit, David vorerst nicht erneut zu heiraten und seine Eifersucht zu testen. Hitchcock inszeniert 1941 seine einzige Screwball-Komödie, in der Beziehungsspiele und verletzte Egos den Plot treiben.
Plot

Ann und David Smith leben als wohlhabendes New Yorker Ehepaar mit einer sehr eigenen Beziehungsdynamik: Sie tragen ihre Streitigkeiten tagelang aus, bis sie sich nach festen Ritualen wieder versöhnen – ein Spiel aus Stolz, Eifersucht und echter Zuneigung.

Eines Morgens stellt Ann die berühmte Frage, ob David sie «noch einmal» heiraten würde, wenn er die Wahl hätte. David antwortet unbedacht: Er liebe sie zwar und wolle keine andere, würde aber die Ehe an sich wohl nicht noch einmal eingehen, weil er seine Freiheit schätze. Ann ist tief verletzt, auch wenn der Streit zunächst im Sand zu verlaufen scheint.

Kurz darauf erscheint ein Beamter der Gemeinde in Davids Büro mit einer überraschenden Nachricht: Wegen eines Formfehlers bei einer früheren Eheschliessung im betreffenden County sind mehrere Trauungen, darunter die der Smiths, formal ungültig. David nimmt sich vor, Ann die Sache später schonend zu erklären und die Ehe rasch «offiziell» zu erneuern – verpasst aber den richtigen Moment und verschweigt ihr die Neuigkeit zunächst. Zufällig erfährt Ann dann selbst von dem Behördenmann, dass sie rechtlich gar nicht verheiratet ist.

Da sie Davids frühere Bemerkung über seine «Freiheit» noch im Ohr hat, deutet sie sein Schweigen als Beweis dafür, dass er sie nicht wirklich wieder heiraten will. Sie wirft ihn aus der gemeinsamen Wohnung und beschliesst, als «Single» ein neues Leben zu beginnen, während David draussen im Regen sitzt und allmählich begreift, wie ernst die Lage ist. Fortan bemüht er sich mit immer verzweifelteren und komischeren Mitteln, Ann zurückzugewinnen – vom Auflauern vor ihrer Wohnung bis zu peinlichen Auftritten in Restaurants und bei Verabredungen.

Die Verwicklungen steigern sich, als Ann beginnt, sich mit Davids Anwaltskollegen Jeff Custer zu treffen, der deutlich solider und konventioneller wirkt. Eifersüchtig versucht David, Jeff als Langweiler erscheinen zu lassen und sabotiert diverse Treffen, etwa durch unbeholfene Skiausflüge nach Lake Placid, bei denen er sich krank stellt, um Ann zu bemuttern und Jeff auszustechen. Ann schwankt zwischen gekränktem Stolz, alter Vertrautheit mit David und der Aussicht auf eine «vernünftige» Ehe mit Jeff.

Im Ferienort prallen schliesslich alle drei Konfliktlinien aufeinander: David spielt den Schwerkranken, Ann durchschaut die Täuschung, und Jeff erkennt, dass Ann emotional noch immer an David hängt. Als Ann instinktiv versucht, Jeff gegen David auszuspielen, merkt Jeff, dass die beiden in ihrer chaotischen, aber leidenschaftlichen Art zusammengehören, und zieht sich zurück. Am Ende finden Ann und David wieder zueinander – nicht durch einen pathetischen Antrag, sondern durch das Eingeständnis, dass ihre streitlustige, aber innige Beziehung gerade in ihrer Unordnung funktioniert.

Cameo

Hitchcocks Cameo in «Mr. & Mrs. Smith» erfolgt etwa nach 43 Minuten Laufzeit. Als die Kamera von den Stufen eines Hotels zurückzoomt, sieht man ihn mit einer Zigarette in der Hand von links nach rechts durchs Bild laufen – ein kurzer, wortloser Vorbeigang auf dem Bürgersteig.

Berühmt wurde dieser Cameo auch deshalb, weil Carole Lombard ihn angeblich selbst inszenierte und Hitchcock mehrere Takes machen liess, was er sonst eher seinen Stars abverlangte.

Production Facts
  • «Mr. & Mrs. Smith» ist Hitchcocks einzige reine Screwball‑Komödie in Hollywood; das Drehbuch schrieb Norman Krasna, produziert wurde der Film von RKO.

  • Entgegen späteren Aussagen, er habe den Film nur Lombard zuliebe inszeniert, zeigen RKO‑Unterlagen, dass Hitchcock das Projekt selbst aktiv verfolgte, bevor es grünes Licht erhielt.

  • Das Budget lag bei rund 743’000 Dollar, das Einspielergebnis bei etwa 1,4 Millionen, womit der Film für RKO ein moderater wirtschaftlicher Erfolg wurde.

Fun Facts
  • Carole Lombard war bekannt für ihren Sinn für Humor und soll den Regisseur bei Dreharbeiten gern mit kleinen Scherzen aus dem Konzept gebracht haben; die «Regie» seines Cameos passt zu diesem Ruf.

  • Hitchcock, der sonst auf Suspense spezialisiert war, integrierte hier dennoch Elemente seiner typischen Inszenierung: lange Dialogszenen in begrenzten Räumen und präzise Choreografien von Tür‑auf‑Tür‑zu‑Situationen.

  • Der Film wird heute oft als Kuriosum in Hitchcocks Werk betrachtet, zeigt aber, wie stark seine Filme generell von Timing und Humor – auch in Thrillern – leben.

Pannen & Patzer
  • Während der Schlittenfahrt in Lake Placid verändert sich mehrfach die Lage der Pelzdecke über Ann: Mal ist sie bis zum Kinn hochgezogen, im nächsten Shot liegt sie nur locker über den Knien.

  • In der Szene, in der David krank spielt und gurgelnd im Bett liegt, dreht er den Kopf in zwei aufeinanderfolgenden Einstellungen nacheinander in dieselbe Richtung – ein kleiner Continuity‑Sprung.

  • Beim Start der Fallschirm‑Karussellattraktion schwankt die Gondel deutlich hin und her; die Gegenaufnahmen des Publikums zeigen das Fahrgeschäft jedoch völlig ruhig – ein Widerspruch zwischen Studio‑ und Aussenaufnahmen.

Erscheinungsjahr
1941
Premiere
31. Januar 1941
Laufzeit
95 Minuten