The Hitchcock Archive

A Tribute to the Master of Suspense

Carl Brisson

Carl Brisson (1893–1958), geboren als Carl Frederik Ejnar Pedersen in Kopenhagen, begann seine Laufbahn nicht auf der Bühne, sondern im Boxring. Der ehemalige Preisboxer wechselte in den 1910er-Jahren ins Unterhaltungsgeschäft, wurde zunächst als Sänger und Bühnenstar bekannt und machte sich im Londoner West End mit Operetten wie «The Merry Widow» einen Namen. Seine Mischung aus sportlicher Physis, jungenhaftem Charme und musikalischem Talent prädestinierte ihn für Rollen, in denen Männlichkeit und Verletzbarkeit eng beieinanderliegen. In den 1920er- und frühen 1930er-Jahren war er in einer Reihe britischer und amerikanischer Produktionen zu sehen, bevor er sich ins Nachtclub- und Showgeschäft zurückzog.

Für Hitchcock wurde Brisson zur idealen Besetzung des sensiblen Kämpfers. In «The Ring» (1927) spielt er «One-Round» Jack Sander, einen Boxchampion, dessen Karriere und Beziehung durch Eifersucht und Ehrgeiz auf die Probe gestellt werden. Hitchcock nutzt Brissons reale Boxvergangenheit, um die Kämpfe physisch glaubwürdig zu inszenieren, und interessiert sich zugleich für die seelischen Folgen von Konkurrenz und Verrat. In «The Manxman» (1929) kehrt Brisson ohne Boxhandschuhe zurück: als Fischer Pete Quilliam, gefangen in einem Liebesdreieck auf der Isle of Man. Hier verwandelt Hitchcock den Körper des Sportlers in das Gesicht eines tragischen Romantikers – ein früher Beleg dafür, wie sehr ihn Männer faszinierten, die Stärke zeigen und dennoch an ihren Gefühlen scheitern.

Geboren
24. Dezember 1893

Gestorben
25. September 1958

Filmographie
Pete Quilliam