Jennifer Jones wurde 1919 als Phylis Lee Isley in Tulsa, Oklahoma, geboren und von Produzent David O. Selznick zur grossen Studiostar-Entdeckung der 1940er-Jahre aufgebaut. Für ihre Darstellung der Bernadette Soubirous in The Song of Bernadette gewann sie den Oscar und etablierte sich als sensible, zugleich innerlich aufgewühlte Leinwandfigur. In Filmen wie Love Letters, Duel in the Sun, Portrait of Jennie oder Since You Went Away verband sie Verletzlichkeit mit einer beinahe entrückten Intensität, die perfekt zu ihrer besonderen, dunkel schimmernden Ausstrahlung passte. Privat war sie eng mit Selznick verbunden, der ihre Karriere konsequent steuerte und sie zu einem der prägenden Gesichter des klassischen Hollywood-Melodrams machte.
In dem kurzen Propagandafilm The Fighting Generation (1944), inszeniert von einem uncredited arbeitenden Hitchcock, tritt Jennifer Jones als Nurse’s Aide auf und richtet sich in einem eindringlichen Monolog direkt an das Publikum, um für Kriegsanleihen zu werben. Auch wenn der Film nur wenige Minuten dauert, zeigt sich darin bereits ihre Fähigkeit, emotionale Aufgewühltheit und kontrollierte Ruhe zu verbinden – eine Qualität, die hervorragend zu Hitchcocks Interesse an innerer Spannung hinter scheinbar einfachen Gesten passt. Man kann sie darüber hinaus leicht als Protagonistin eines voll ausgearbeiteten Hitchcock-Thrillers denken: als psychologisch aufgeladene Frauenfigur, zerrissen zwischen Begehren, Schuld und gesellschaftlichen Erwartungen – eine Projektionsfläche für Obsessionen, wie Hitchcock sie liebte.