Phyllis Konstam (1907–1976) war eine englische Schauspielerin, deren Karriere elegant zwischen Bühne und Leinwand pendelte. In London in eine kultivierte, jüdische Familie geboren, erhielt sie ihre Schauspielausbildung in Paris und stand bereits Mitte der 1920er-Jahre im West End auf der Bühne. Sie wirkte in insgesamt nur einer Handvoll Filmen mit, darunter Tilly of Bloomsbury und A Gentleman of Paris, und blieb dennoch als Gesicht der Übergangszeit vom Stumm- zum frühen Tonfilm präsent. Ihre Figuren wirkten oft wach, sensibel und modern – wie junge Frauen, die sich ihren Platz in einer sich rasant verändernden Welt erobern.
Mit Alfred Hitchcock verband Phyllis Konstam eine wiederkehrende Zusammenarbeit: Sie spielte in vier seiner frühen britischen Filme, darunter Champagne (1928), Blackmail (1929), Murder! (1930) und The Skin Game (1931). Hitchcock nutzte ihre helle, lebendige Präsenz gern als Kontrast zu den finsteren Konflikten seiner Stoffe – als Freundin, Beobachterin oder moralische Randfigur. In diesen Filmen ist sie Teil jener Suchbewegung, mit der Hitchcock seine Sprache zwischen Theaterdialog und filmischer Spannung entwickelte. So steht Konstam heute exemplarisch für die feine, oft übersehene Schauspielkunst, auf der Hitchcocks frühe Thrillerdramen ruhen.