A Tribute to the Master of Suspense

Wendell Corey

Wendell Corey, 1914 im US-Bundesstaat Massachusetts geboren, war ein typischer «working actor» des klassischen Hollywoods: verlässlich, unprätentiös, mit einer ruhigen, leicht trockenen Präsenz, die ihn für solide Neben- und Charakterrollen prädestinierte. Nach einer langen Lehrzeit im Theater – unter anderem in Produktionen des Federal Theatre Project – wurde er von Produzent Hal Wallis entdeckt und nach Hollywood geholt, wo er sich in Filmen wie «Desert Fury», «The Accused», «The Big Knife» oder «The Rainmaker» als sachlicher, oft skeptischer Partner grosser Stars etablierte. Später engagierte er sich auch politisch, sass im Stadtrat von Santa Monica und war in Branchenorganisationen aktiv, bevor er mit nur 54 Jahren an den Folgen seines Alkoholismus starb.

Bei Alfred Hitchcock ist Wendell Corey untrennbar mit «Rear Window» (1954) verbunden, in dem er den befreundeten Polizeileutnant Thomas J. Doyle spielt. Coreys Doyle ist die Stimme der Skepsis: ein pragmatischer Cop, der den von James Stewart verkörperten Fotografen immer wieder auf die Grenze zwischen Fantasie und Beweis zurückstösst und dessen Voyeurismus er nur widerwillig ernst nimmt. Hitchcock nutzt Coreys nüchternen, beinahe bürokratischen Tonfall als Kontrast zur fiebrigen Spannung des Mordverdachts; wenn Doyle schliesslich doch aktiv eingreift, wirkt das wie eine späte Bestätigung, dass Jeffs Albtraum tatsächlich reale Grundlage hat. So verkörpert Corey in Hitchcocks Universum den seltenen Fall eines Polizisten, der zwar zweifelt, aber letztlich zur verlässlichen Instanz wird – ein ruhiger Gegenpol zum nervösen Blick durch das Fenster.

Geboren
20. März 1914
Gestorben
8. November 1968
Filmographie
Tom Doyle