Plot
Der amerikanische Arzt Dr. Ben McKenna macht mit seiner Frau Jo, einer ehemaligen Sängerin, und dem gemeinsamen Sohn Hank Urlaub in Marokko. Auf der Busfahrt nach Marrakesch lernen sie den Franzosen Louis Bernard kennen, der neugierige Fragen stellt und Jo dadurch misstrauisch macht. In Marrakesch freundet sich die Familie zudem mit dem scheinbar harmlosen englischen Ehepaar Drayton an.
Am nächsten Tag wird Bernard auf einem belebten Marktplatz verfolgt und vor den Augen der McKennas niedergestochen. Er stirbt in Bens Armen und flüstert ihm zu, in London sei ein Attentat auf einen ausländischen Staatsmann geplant, und erwähnt den rätselhaften Namen «Ambrose Chappell». Während Ben auf dem Polizeirevier Aussagen macht, erhält er einen anonymen Anruf: Hank sei entführt worden, und man werde ihn töten, falls Ben der Polizei irgendetwas von Bernards Nachricht verrate. Zurück im Hotel sind Hank und die Draytons verschwunden, sodass Ben und Jo gezwungen sind, nach London zu reisen, um den Sohn auf eigene Faust zu suchen.
In London informiert sie Scotland Yard über Bernard, doch aus Angst um Hank verschweigen die McKennas entscheidende Details. Ben versucht «Ambrose Chappell» als Person zu finden, bis Jo erkennt, dass es sich um eine «Ambrose Chapel», also eine Kapelle, handeln muss. In dieser Kapelle stossen sie auf Edward Drayton und begreifen, dass das freundliche Urlauberpaar Drahtzieher der Entführung ist und Hanks Gefangenschaft dazu dient, sie am Eingreifen gegen das Attentat zu hindern. Ben wird in der Kapelle überwältigt, kann aber über den Glockenturm fliehen und Jo zur Royal Albert Hall folgen, wo das Attentat während eines Konzerts stattfinden soll.
Jo entdeckt den Attentäter auf der Empore, der den Premierminister im Moment eines lauten Beckenschlags erschiessen soll. Im entscheidenden Augenblick schreit sie auf, der Schuss verfehlt sein Ziel, der Premierminister wird nur leicht verletzt, und Ben kann mit dem Attentäter ringen, der in die Tiefe stürzt. Aus Dankbarkeit lädt der Premier die McKennas zu einem Empfang in die Botschaft seines Landes ein, wo Hank heimlich gefangen gehalten wird und die Verschwörer ihn beseitigen wollen. Jo nutzt dort ihre Berühmtheit als Sängerin und singt «Que Sera, Sera», um Hank zu erreichen; als der Junge das Lied hört, pfeift er die Melodie mit, verrät so seinen Aufenthaltsort, und Ben kann ihn befreien.
Cameo
In «The Man Who Knew Too Much» (1956) erscheint Hitchcock während der Marktszene in Marrakesch als unauffälliger Tourist unter vielen. Wenn die McKennas gemeinsam mit den Draytons die Akrobaten auf dem marokkanischen Platz beobachten, sieht man am linken unteren Bildrand einen korpulenten Mann in einem hellgrauen Anzug, der mit dem Rücken zur Kamera steht.
Er bleibt kurz stehen, schaut zu den turnenden Artisten hinüber und steckt dabei demonstrativ die Hände in die Hosentaschen, bevor der Bildausschnitt wieder zu Ben und Jo zurückwandert. Dieser Cameo liegt je nach Fassung etwa bei Minute 25–26 und ist dadurch markant, dass Hitchcock deutlich erkennbar, aber dennoch als schweigender Zuschauer in der Menschenmenge aufgeht – passend zu einem Film, der von Touristen erzählt, die «zufällig zu viel sehen».
Production Facts
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Der Film ist ein von Hitchcock selbst inszeniertes Remake seines eigenen Thrillers von 1934; er sagte später, die Erstverfilmung sei das Werk «eines talentierten Amateurs», die Version von 1956 hingegen die Arbeit eines Profis.
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Für das Drehbuch engagierte Hitchcock John Michael Hayes unter der Bedingung, dass dieser weder die Originalfassung anschaute noch das alte Skript las – alle Plotdetails erhielt Hayes nur mündlich von Hitchcock und schrieb Teile des Drehbuchs parallel zum laufenden Dreh.
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Die berühmte Royal‑Albert‑Hall‑Sequenz nutzt die eigens komponierte «Storm Clouds Cantata» von Arthur Benjamin, die bereits im Original von 1934 verwendet worden war; diesmal dirigiert Bernard Herrmann persönlich das Orchester und ist im Film als er selbst zu sehen.
Fun Facts
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«Que Sera, Sera (Whatever Will Be, Will Be)», das Doris Day im Film zweimal singt, gewann den Oscar für den besten Song und wurde zu ihrem Markenzeichen – obwohl sie das Lied anfangs für zu simpel hielt.
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Die Szene, in der Ben und Jo die Frau mit der Nähmaschine auf dem Kopf durch Marrakesch tragen sehen, geht laut Trivia auf eine reale Beobachtung zurück, die James Stewart und Hitchcock bei einem Spaziergang in der Stadt gemacht hatten.
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Hitchcock selbst bezeichnete das Remake als vertragliche «Pflichterfüllung» für Paramount, betrachtete das Ergebnis aber als gleichwertig oder sogar überlegen gegenüber der ursprünglichen britischen Version.
Pannen & Patzer
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Mehrfach wird erwähnt, dass Jo Conway ihre Bühnenkarriere vor vier Jahren für die Ehe mit Ben aufgegeben hat; ihr Sohn Hank ist jedoch offensichtlich deutlich älter als vier Jahre, was einen logischen Zeitsprung‑Fehler ergibt.
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In der Anfangsphase trägt Dr. McKenna im Bus nach Marrakesch einen dunklen Anzug und Hut; beim Umstieg in die Pferdekutsche ist beides plötzlich hellgrau, obwohl dazwischen kein Kleiderwechsel stattfindet – ein klassischer Continuity‑Bruch.
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Bei der Fahrt, in der Hank von der Kapelle zur Botschaft gebracht wird, sieht man im Auto eine Linkslenkung, der vermeintliche Fahrer steigt aber rechts ein, während der Passagier auf der linken Seite das Lenkrad und die Handbremse bedient – die Studio‑Inszenierung verrät sich hier deutlich.
1956
30. April 1956
120 Minuten