A Tribute to the Master of Suspense

Number 13

Nummer 13

«Number 13», auch als «Mrs. Peabody» bekannt, war Hitchcocks erstes Regieprojekt von 1922 und blieb unvollendet. Geplant war eine soziale Komödie um einkommensschwache Bewohner eines von der Peabody Trust finanzierten Mietshauses in London. Nach nur etwa zwei gedrehten Rollen gingen die privaten Gelder aus, die Produktion wurde abgebrochen und das Material gilt heute als verschollen – Hitchcock selbst nannte den Film später «nicht sehr interessant».
Plot

«Number 13» (auch «Mrs Peabody») war Hitchcocks erste eigene Regiearbeit, blieb aber unvollendet und wurde nie veröffentlicht. Die wenigen bekannten Angaben sprechen von einer sozial gefärbten Komödie über die Bewohner eines günstigen Mietshauses in London, das von der Peabody Trust‑Stiftung betrieben wird.

Im Zentrum hätten Mr. und Mrs. Peabody gestanden, ein Ehepaar aus der Unterschicht, gespielt von Ernest Thesiger und Clare Greet, deren Alltag, Nachbarschaftskonflikte und kleine Betrügereien mit humoristischem Ton erzählt werden sollten. Das Drehbuch stammte von Anita Ross, über die kaum etwas bekannt ist, ausser dass sie im Umfeld der Islington‑Studios arbeitete.

Finanziert wurde das Projekt massgeblich von zwei Privatpersonen: Hitchcocks Onkel John Hitchcock und Hauptdarstellerin Clare Greet. Nach rund zwei gedrehten Rollen – also nur einem Bruchteil eines abendfüllenden Films – brach die Finanzierung jedoch zusammen. Gainsborough Pictures zog den Stecker, die Produktion wurde gestoppt, und der Film verschwand in den Archiven.

Hitchcock selbst sprach später fast nie darüber; in einem seltenen Kommentar nannte er die Arbeit eine «somewhat chastening experience» und meinte, der Film sei «not very interesting» gewesen. Wie bei «The Mountain Eagle» gilt jegliches Filmmaterial heute als verschollen, trotz intensiver Suche von Filmhistorikern.

Cameo

Ob Hitchcock in «Number 13» selbst auftrat, ist unbekannt. Da der Film unvollendet blieb und kein Material erhalten ist, existieren weder Standbilder noch verlässliche Augenzeugenberichte über einen Cameo, und seriöse Filmographien führen keinen.

Production Facts
  • «Number 13» wäre Hitchcocks tatsächliches Langfilm‑Regiedebüt gewesen, Jahre vor dem später offiziell als Erstling geltenden «The Pleasure Garden».

  • Die Dreharbeiten fanden in den Islington‑Studios in London statt, wo Hitchcock damals als Zwischentitel‑ und Art‑Director tätig war, bevor er die Chance zur Regie erhielt.

  • Clare Greet finanzierte das Projekt teilweise aus eigener Tasche; aus Dankbarkeit besetzte Hitchcock sie später in sechs weiteren Filmen, mehr als jede andere Schauspielerin in seiner Karriere.

Fun Facts
  • Der alternative Arbeitstitel «Mrs Peabody» verweist direkt auf die Hauptfigur und zugleich auf die Peabody‑Stiftung, die in der Handlung als real existierender Träger von Sozialwohnungen vorkommen sollte.

  • Manche Autoren vermuten, Hitchcock habe den Titel «Number 13» gewählt, weil es der dreizehnte Film war, an dem er in irgendeiner Funktion mitarbeitete – ein selbstironisches Spiel mit der Unglückszahl.

  • In späteren Interviews wich Hitchcock Fragen zu «Number 13» meist aus, was das Fragment zu einer Art mythischem «Nullpunkt» seiner Karriere gemacht hat, ähnlich einem verschollenen Pilotfilm.

Pannen & Patzer

Da nur wenige Szenen gedreht wurden und keine erhalten sind, gibt es keine konkret belegten Goofs. Aus dem Kontext lassen sich jedoch drei plausible Schwachstellen annehmen:

  • Als Debüt eines damals unerfahrenen Regisseurs dürfte der Tonfall zwischen sozialem Realismus und Slapstick zeitweise uneinheitlich gewesen sein – ein mögliches strukturelles Problem.
  • Berichte deuten darauf hin, dass die Produktion chaotisch organisiert war und das Budget schlecht kalkuliert wurde, was sich in unvollständigen Szenenfolgen und abgebrochenen Handlungssträngen niedergeschlagen haben könnte.
  • Da im engen Studiohof eine ganze Hausgemeinschaft gezeigt werden sollte, wären Anschlussfehler und räumliche Unklarheiten (wer wohnt wo, welche Treppe führt wohin) für damalige Verhältnisse sehr wahrscheinlich gewesen.

Produktionsjahr
1922

Der Film wurde nie vollendet und gilt als verschollen.