Anthony Perkins (1932–1992) trug von Anfang an etwas Zartes, beinahe Scheues in seinem Spiel. Seine schlanke Statur, die leicht verlegene Körperhaltung und der höfliche, oft etwas zu schnelle Blick liessen ihn wie den Inbegriff des sensiblen jungen Mannes erscheinen. Doch unter dieser Oberfläche flackerte stets eine Unruhe, als würde etwas Dunkles knapp unter der Haut lauern. Genau diese Spannung zwischen Sanftheit und innerer Zerrissenheit machte ihn zu einer der eigenwilligsten Schauspielerfiguren seiner Generation.
Norman Bates
Norman Bates ist der scheinbar schüchterne, höfliche Betreiber des abgelegenen Bates Motel in Psycho, der mit seiner «Mutter» zusammenlebt. Hinter der Fassade des nervös-freundlichen jungen Mannes verbirgt sich eine gespaltene Persönlichkeit: Er hat seine Mutter getötet, ihre Leiche präpariert und übernimmt in psychotischen Episoden ihre Identität, um zu morden. Norman verkörpert damit den Inbegriff des unheimlichen Doppelwesens, in dem unter bravem Äusseren verdrängte Gewaltfantasien und eine krankhaft symbiotische Mutterbindung lauern.