The Hitchcock Archive

A Tribute to the Master of Suspense

The Boy

«The Boy» in Champagne ist der charmante, aber unsichere Liebhaber von Betty, der zwischen echter Zuneigung und dem Glanz ihres Reichtums schwankt. Seine Zurückhaltung, leichte Eifersucht und Verletzlichkeit kontrastieren mit Bettys ausgelassener Partywelt und lassen ihn wie einen Prüfling in Fragen von Stolz und Abhängigkeit wirken. Erst als der vermeintliche finanzielle Absturz eintritt, zeigt sich, ob seine Gefühle Substanz haben – und ob er Betty auch ohne Luxus auf Augenhöhe begegnen kann.

In An Elastic Affair ist «The Boy» ein jugendlicher, romantisch veranlagter Träumer, der mit humorvoller Ernsthaftigkeit um die Aufmerksamkeit des Girl wirbt. Zwischen schüchterner Unsicherheit und spontanen, fast slapstickartigen Gesten versucht er, seine Liebe in einer Welt aus Alltagschaos und kleinen Missverständnissen zu behaupten. Seine sympathische Tollpatschigkeit und seine beharrliche Loyalität machen ihn zur leisen, herzlichen Kontrastfigur zu den souveräneren, mondänen Männern der späten 1920er-Jahre.

Jean Bradin

Jean Bradin, 1899 in Paris geboren, war ein französischer Schauspieler, der in den 1920er-Jahren vor allem in Frankreich und Deutschland in vornehmen Liebhaber- und mondänen Gesellschaftsrollen eingesetzt wurde. Mit schlanker Statur, gepflegtem Auftreten und leicht ironischer Distanz verkörperte er den eleganten jeune premier, der eher über Charme und Haltung als über grosse Gesten wirkt. Seine Filmografie umfasste über zwanzig Produktionen, darunter Moulin Rouge (1928) und Miss Europe (1930), bevor der Tonfilm seinen Typus zunehmend verdrängte.

Cyril Butcher

Cyril Butcher (1909–1987) war eine jener diskreten Gestalten des britischen Theaters und Films, deren Beitrag sich eher durch Stilgefühl als durch Prominenz auszeichnete. Er begann seine Laufbahn als Schauspieler und trat unter anderem in der von Alfred Hitchcock inszenierten Kurzfilmkomödie An Elastic Affair (1930) auf, die im Rahmen eines Szenenwettbewerbs entstand. Butcher wechselte später verstärkt ins Regiefach und fand dort seine eigentliche Berufung. Mit feiner Beobachtungsgabe und Sinn für Struktur inszenierte er zahlreiche Bühnenstücke und Fernsehproduktionen, oft getragen von psychologischer Genauigkeit statt äusserem Spektakel. Eng verbunden war er zudem mit dem Schriftsteller Beverley Nichols – privat wie beruflich eine stabile Allianz.