Plot
«The Farmer’s Wife» spielt in einer ländlichen Gemeinde und beginnt mit dem Tod von Tibby Sweetland, der Frau des wohlhabenden Farmers Samuel Sweetland. Kurz darauf heiratet auch noch die gemeinsame Tochter und zieht aus, sodass Samuel nur mit seiner treuen Haushälterin Araminta «Minta» Dench und dem kauzigen Handlanger Churdles Ash auf dem Hof zurückbleibt.
Tibby hatte ihrem Mann auf dem Sterbebett ans Herz gelegt, wieder zu heiraten, und der einsame Farmer beschliesst, ihr diesen Wunsch zu erfüllen. Gemeinsam mit Minta erstellt er eine Liste der «in Frage kommenden» Frauen des Dorfes – Witwen, alte Jungfern und Wirtinnen –, die er der Reihe nach um ihre Hand bitten will.
Sein erster Versuch gilt der selbstbewussten Witwe Louisa Windeatt, doch das Rendezvous geht gründlich schief: Sweetland tritt taktlos auf, redet in bäuerlichen Bildern über «fette Hennen» und «Hausarbeit», und die Witwe weist ihn gekränkt und empört ab. Zurück auf dem Hof macht sich Sweetland Luft, gibt aber noch nicht auf. Nächste Kandidatin ist die Posthalterin Mary Hearn, die zwar auf gesellschaftlichen Aufstieg hofft, den bäurischen Freier jedoch ebenfalls brüsk zurückweist. Es folgt eine Einladung zur Party der exzentrischen Thirza Tapper, bei der Sweetland im falschen Moment und in unbeholfener Pose seinen Antrag vorbringt; Thirza gerät vor Nervosität in ein groteskes Zittern und lehnt ihn schliesslich ebenfalls ab. Jede Absage steigert Sweetlands gekränkten Stolz, während das Dorfklatsch‑Publikum seine missglückten Avancen mit wachsender Schadenfreude verfolgt.
Trotz Muntas vorsichtiger Einwände setzt der Farmer die Liste fort und wendet sich an Mercy Bassett, die resolute Bardame eines nahen Gasthofs. Bassett, pragmatisch und freiheitsliebend, macht ihm sehr schnell klar, dass sie für die Rolle einer gehorsamen Bauernfrau nicht geschaffen ist. Sweetland kehrt gedemütigt heim, überzeugt, dass «Frauen von heute nichts mehr taugen». In einer Schlüsselszene hört Minta, wie Churdles Ash sich über seinen Herrn lustig macht und ihn als Blamage für die Männerwelt bezeichnet, weil er «jede Frau im Umkreis anbettelt». Dabei wird deutlich, dass Minta Sweetland schon lange liebt, ihre Gefühle aber hinter pflichtbewusster Fürsorge verborgen hat.
Als Sweetland schliesslich erklärt, er werde die Suche aufgeben, kippt etwas in seinem Blick auf Minta. Er beginnt zu begreifen, dass die zuverlässige, warmherzige Frau an seiner Seite mehr ist als nur eine Haushälterin, und ringt sich schliesslich dazu durch, sie selbst um ihre Hand zu bitten. Zaghaft erklärt er ihr, dass er sich an Ablehnungen gewöhnt habe und nicht böse sein könne, wenn sie ihn ebenfalls zurückweise. Minta, überwältigt, gesteht ihre Zuneigung und nimmt an. Sweetland bittet sie, das Kleid anzuziehen, das seine verstorbene Frau ihr einst geschenkt hat; während sie sich umzieht, tauchen ausgerechnet Mary Hearn und Thirza Tapper auf, die ihre Meinung geändert haben und ihn nun doch heiraten möchten.
In einer liebevoll inszenierten Schlusssequenz lädt Sweetland alle zu einem Glas ein und lässt sie im Glauben, sie seien noch im Rennen, bevor Minta die Treppe in ihrem Festkleid herunterkommt. Mary Hearn bricht in theatralische Hysterie aus, als sie begreift, dass nicht sie, sondern Minta die Auserwählte ist. Für Sweetland jedoch ist die Entscheidung klar: Er hat endlich erkannt, dass die wahre Partnerin immer an seiner Seite war. Der Film endet mit dem Bild eines Paares, das seine Zuneigung auf leiser, alltäglicher Nähe statt auf romantischen Illusionen gründet – und macht aus der derben Dorfkomödie eine leise ironische Bestätigung reifer Liebe.
Cameo
In «The Farmer’s Wife» gibt es keinen Hitchcock‑Cameo. Sowohl die Hitchcock‑Wikis als auch mehrere Analysen des Films betonen ausdrücklich, dass der Regisseur hier keinen Auftritt vor der Kamera hat – im Gegensatz zu vielen seiner späteren Werke.
Production Facts
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Der Film basiert auf dem gleichnamigen Bühnenstück von Eden Phillpotts aus dem Jahr 1916, das zuvor bereits auf der britischen Provinzbühne ein Erfolg gewesen war.
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Gedreht wurde 1927/28 für British International Pictures; es ist einer von Hitchcocks späten Stummfilmen und seine erste ausgeprägte Leinwandkomödie.
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Für die zentrale Fuchsjagd‑Sequenz setzte Hitchcock überraschend viele Pferde und Hunde ein, obwohl die Szene für den Plot nur Randbedeutung hat – ein sichtbarer Produktionsaufwand für ein ansonsten kammerstückartiges Sujet.
Fun Facts
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Gordon Harker als knurriger Handlanger Churdles Ash stiehlt vielen Kritikern zufolge dem eigentlichen Titelhelden die Schau und wurde zu einem von Hitchcocks Lieblingscharakterdarstellern der Stummfilmzeit.
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Hitchcock nutzt eine kleine Montagesequenz von Minta, die wieder und wieder die Wäsche des Farmers aufhängt, um mit einem einfachen visuellen Motiv den Zeitverlauf zu zeigen.
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Einige Nebenrollen sind so markant und «ungeschönt» besetzt, dass Rezensenten scherzhaft meinten, Hitchcock habe einfach echte Dorfbewohner vor die Kamera gestellt.
Pannen & Patzer
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In mindestens einer Szene wechselt ein Stuhl im Wohnzimmer zwischen zwei Einstellungen deutlich seine Position, obwohl sich niemand im Bild bewegt – ein klassischer Continuity‑Fehler.
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Während der Fuchsjagd‑Sequenz stimmen die Schnitte zwischen Totale und Nahaufnahme der Reiter nicht immer; die Anordnung der Reiter im Feld variiert leicht von Bild zu Bild.
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Mehrere Kritiken bemängeln, dass der Film stellenweise zu langatmig gerät, weil Hitchcock das Theaterstück sehr werkgetreu «abfilmt» – ein struktureller Regiefehler, der den Rhythmus im Mittelteil ausbremst.
Erscheinungsjahr
1928
Premiere
2. März 1928
Laufzeit
97 Minuten