Cary Grant (1904–1986) war die grosse Synthese aus Eleganz, Komik und moderner Männlichkeit – ein ehemaliger Akrobat aus Bristol, der sich in Hollywood zur scheinbar mühelos perfekten Leinwandpersonality verwandelte. Seine Figuren wirkten lässig, unerschütterlich, ironisch distanziert, doch unter der Oberfläche schimmerte immer eine leichte Selbstironie, ein Bewusstsein für die eigene «gemachte» Fassade. Mit Regisseuren wie Howard Hawks, George Cukor oder Leo McCarey prägte er die Screwball-Komödie ebenso wie die romantische Komödie und wurde zum Massstab für urbane Leichtigkeit, an dem sich Generationen von Leading Men messen mussten.
T. R. Devlin
T.R. Devlin in «Notorious» (Berüchtigt, 1946), ist ein amerikanischer Geheimagent, dessen kühle Professionalität mit seinen unterdrückten Gefühlen kollidiert. Zwischen Pflicht und Liebe zu Alicia Huberman gefangen, zeigt er die moralischen Spannungen des Kalten Kriegs im persönlichen Massstab. Devlin verkörpert den klassischen Hitchcock-Mann: kontrolliert, ambivalent, innerlich zerrissen – ein Held, der sich vor seinen eigenen Emotionen fürchtet, mehr noch als vor seinen Gegnern.