Grace Kelly (1929–1982) prägte das Bild der scheinbar makellosen Leinwandgöttin: aristokratische Haltung, kontrollierte Gestik, ein Gesicht, das zugleich Distanz und leise Wärme ausstrahlt. Hinter dieser Fassade lag jedoch eine Empfindsamkeit, die ihre Figuren vor dem reinen Glamour bewahrte; ihre Frauen sind verletzbar, oft zwischen Pflichtgefühl und Begehren gespannt. Auf dem Höhepunkt einer kurzen, intensiven Karriere drehte sie elf Spielfilme, gewann einen Oscar und wurde vom American Film Institute unter die grössten Filmstars gewählt, bevor sie Monaco zur Bühne ihres zweiten Lebens machte.
Frances Stevens
Frances Stevens ist die wohlhabende, selbstbewusste Tochter der Öl-Witwe Jessie Stevens in Alfred Hitchcocks «To Catch a Thief» (1955), gespielt von Grace Kelly. Hinter der Fassade der kühlen Society-Lady entpuppt sie sich als gezielt verführerische, abenteuerlustige Frau, die John Robie durchschaut, ihm bei der Jagd auf den wahren «Cat» aktiv in die Karte spielt und die Handlung mit eigenem Planungs‑ und Entscheidungswillen vorantreibt.