The Hitchcock Archive

A Tribute to the Master of Suspense

Grace Kelly

Grace Kelly (1929–1982) prägte das Bild der scheinbar makellosen Leinwandgöttin: aristokratische Haltung, kontrollierte Gestik, ein Gesicht, das zugleich Distanz und leise Wärme ausstrahlt. Hinter dieser Fassade lag jedoch eine Empfindsamkeit, die ihre Figuren vor dem reinen Glamour bewahrte; ihre Frauen sind verletzbar, oft zwischen Pflichtgefühl und Begehren gespannt. Auf dem Höhepunkt einer kurzen, intensiven Karriere drehte sie elf Spielfilme, gewann einen Oscar und wurde vom American Film Institute unter die grössten Filmstars gewählt, bevor sie Monaco zur Bühne ihres zweiten Lebens machte.

Alfred Hitchcock erkannte früh, dass Kellys kontrollierte Kühle ideal war, um darunter Leidenschaft und Gefahr sichtbar zu machen. In Bei Anruf Mord, Das Fenster zum Hof und Über den Dächern von Nizza variiert sie das Motiv der scheinbar perfekten Frau, in deren Leben ein Riss geht: betrogene Gattin, mondäne Society-Frau, reiche Erbin – immer zugleich Objekt des Blicks und heimliche Akteurin. Hitchcock selbst nannte sie eine Idealbesetzung, weil sie hinter einer kühlen Oberfläche Hingabe und Leidenschaft zeigen konnte; nach ihrer Hochzeit musste er seine Muse neu erfinden und suchte ihre Spur in Vera Miles, Kim Novak, Eva Marie Saint und Tippi Hedren weiter.

Geboren
12. November 1929

Gestorben
14. September 1982