Grace Kelly (1929–1982) prägte das Bild der scheinbar makellosen Leinwandgöttin: aristokratische Haltung, kontrollierte Gestik, ein Gesicht, das zugleich Distanz und leise Wärme ausstrahlt. Hinter dieser Fassade lag jedoch eine Empfindsamkeit, die ihre Figuren vor dem reinen Glamour bewahrte; ihre Frauen sind verletzbar, oft zwischen Pflichtgefühl und Begehren gespannt. Auf dem Höhepunkt einer kurzen, intensiven Karriere drehte sie elf Spielfilme, gewann einen Oscar und wurde vom American Film Institute unter die grössten Filmstars gewählt, bevor sie Monaco zur Bühne ihres zweiten Lebens machte.
Margot Wendice
Margot Wendice ist die elegante Ehefrau und unfreiwillige Zielperson in «Dial M for Murder» (Bei Anruf Mord, 1954), gespielt von Grace Kelly. Hinter ihrer kultivierten Fassade verbirgt sich emotionale Verletzlichkeit – gefangen zwischen einem berechnenden Ehemann und einem verbotenen Liebhaber. Margot steht beispielhaft für Hitchcocks idealisierte, aber gefährdete Frauenfigur: schön, intelligent und zugleich Spielball männlicher Kontrolle und eigener Schuldgefühle.